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27/11/2015
Faking Cultural Literacy

In unserem letzten Blogpost ging es um die Vorteile kurzer Web-Texte. Heute möchten wir uns einem Phänomen widmen, das damit in unmittelbarem Zusammenhang steht: Faking Cultural Literacy.

Was hat es damit auf sich?
Beim notorischen „Digital-Querlesen“ nehmen wir nur einen Bruchteil der Informationen auf. Halbwissen und Blendertum sind die Folge, was aber nicht weiter schlimm ist, denn: „It’s never been so easy to pretend to know so much without actually knowing anything,“* meint Karl Taro Greenfeld, Autor des oben verlinkten Artikels auf www.nytimes.com.

Bei der Informationsflut, der wir tagtäglich ausgesetzt sind, bleibt uns vielfach auch gar nichts anderes übrig. Wir übertragen die für uns wichtige Information einfach auf unsere digitalen Endgeräte, ohne sie in Wissen umzuwandeln. Blöd nur, wenn der Akku leer ist oder wir nicht online gehen können. Dann steht uns unser Wissen nämlich nicht mehr zur Verfügung.

Ob diese Entwicklung so überraschend ist? Wohl weniger. Der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan stellte bereits in den 60er Jahren in seinem Extensions of Man u.a. die These auf, der Computer sei eine Veräußerung des menschlichen Gehirns. Was im Umkehrschluss hieße, dass wir mental verkümmern (Stichwort Digitale Demenz)?

Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen, wir möchten aber mit einer positiven abschließen: Trotz all der oberflächlichen Informationsaufnahme steigt insgesamt der IQ der Menschen weltweit! Das meint zumindest James R. Flynn in einer Studie aus dem Jahr 2012 herausgefunden zu haben. Die wir natürlich komplett und bis zum Schluss gelesen haben.

*Herrlich auf die Spitze getrieben hat das im Übrigen die famose Online-Serie „Portlandia“ in dieser Folge aus dem Jahr 2011.

Bildquelle: www.imcreator.com
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13/11/2015
KISS, sonst TL;DR – was online so bei uns hängenbleibt

Ihr kennt das sicherlich auch: Da klickt man beim Surfen, Flanieren – wie auch immer – Rumsuchen im Internet wild von einem Link zum nächsten, hat tausend Tabs geöffnet und ist angesichts der Masse an Wörtern, Bildern, Informationen am Ende des Tages vor allem eines: überfordert! Die guten Nachrichten:
1. Ihr seid nicht allein.
2. Dieser Beitrag ist verhältnismäßig kurz.

Wir lesen digital nicht mehr, wir scannen. Spätestens beim zweiten Absatz mussten wir doch noch schnell zu... – „Mist, wo war noch der Artikel über den neuen Street Photographer, dem jetzt alle auf Instagram folgen?“ (hier!). Zahlreiche Studien (u.a. Herder et.al., 2007) kommen daher auch zu der nicht überraschenden Erkenntnis: Menschen lassen sich online leichter ablenken und setzen sich dadurch weniger mit stark mit einzelnen Texten und Themen auseinander. Warum? Die Texte sind uns schlicht und einfach zu lang und wenn uns danach ist, lassen wir es den Verfasser dann auch mit einem lapidaren, insider-mäßigen „TL;DR“ wissen. Im Höchstfall überfliegen wir mal eben alles und das in einer Art „f-shaped pattern“, wie der dänische Webseiten-Forscher Jakob Nielsen herausfand. Viel hängen bleibt da nicht. Bewegtbild-Content wird hingegen immer beliebter (Achtung: Quelle ist ein TV-Sender). So, und nu’?

Kulturpessimismus ist nicht unser Ding. Wir wollen erst einmal verstehen, um dann entsprechend Kommunikation zu gestalten. Und manchmal ist die Lösung eben nicht neu, sondern muss effektiv sein, heißt: Komm online schneller zum Punkt und sei besonders MERKwürdig. Das heißt für jeden etwas anderes, und gerade das macht unsere Arbeit so spannend!

Daher unsere Frage an euch: Was haltet ihr für MERKwürdige Werbung? Wir freuen uns auf Antworten inkl. Beispielen auf unserer Facebook-Seite. Danke für’s Zuendelesen und HAND!

Bildquelle: M&C Saatchi
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